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Erst neue Services bringen das softwaredefinierte Auto voran

ATZ – by Alex Agizm

Die Autobauer tun sich schwer mit der digitalen Transformation. Es fehlt nicht nur die Software für das Auto der Zukunft, sondern auch ein digitales Businessmodell. Die Lösung: Nicht (nur) Daten, sondern Dienste.

In der Automobilbranche ist der Umbruch in vollem Gange: Die Automobilhersteller stecken Milliardenbeträge in die Software ihrer neuen Modelle. Sie alle haben verstanden, dass künftig nicht mehr der Motor das Herz eines Autos ist, sondern der Computer. Doch die digitale Transformation ist nicht einfach ein kurzes Projekt, an dessen Ende das softwaredefinierte Fahrzeug steht. Jeder einzelne Schritt bringt eine neue Herausforderung mit sich, die von Neuem bewältigt werden muss. Schließlich muss jeder Hersteller die Frage beantworten, womit er in Zukunft sein Geld verdienen möchte. Es werden nicht (nur) die Daten sein – es sind die Services.

Die Größe der Herausforderungen wird deutlich, wenn man sich die unterschiedlichen Herangehensweisen der Hersteller bei der Entwicklung eines neuen Betriebssystems ansieht. Mercedes und VW treiben die Entwicklung eines eigenen Systems jeweils mit Hochdruck voran. Ihre bekannten Wettbewerber sind dabei die amerikanischen Tech-Giganten Apple und Google, von deren Automotive-Lösungen sie sich keinesfalls abhängig machen wollen. Allerdings müssen sich die Hersteller mit einem selbstentwickelten Betriebssystem dabei auch gleich für einen Hardware-Lieferanten entscheiden, der die Chips beisteuert. Hier drohen neue Abhängigkeiten – und eine Gefährdung der eingespielten Zulieferketten, wie BMW zur IAA 2021 warnte. Die Münchner setzen nicht auf ein komplett eigenentwickeltes Betriebssystem, sondern auf eine flexible Middleware, mit deren Hilfe die Software unabhängig von der Hardware laufen könnte. Wenn dann einmal der Chiphersteller ausgetauscht werden muss, muss man nicht gleich alles neu programmieren.

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